Spiel des Monats: August 2018 – The Captain Is Dead

27. August 2018 0 Von Der N3rd
Spiel des Monats: August 2018 – The Captain Is Dead

The Captain Is Dead

The Captain Is Dead: Persönliches Logbuch des Kapitäns:
Sternzeit 9715,9
„Wir durchqueren einen Ionen-Sturm bei Alpha Centauri. Unsere Sensoren haben ein unbekanntes Notsignal geortet. Leider ist es uns auf Grund der starken Energiefluktuationen nicht möglich den Standort des Schiffes genau zu bestimmen. Wir suchen weiter, aber unsere Sensoren scheinen in diesem Nebel nicht zu funktionieren“

The Captain Is Dead: Logbuch des Ersten Offiziers:
Sternzeit 9716,1
„Als wir den Nebel verließen, wartete bereits eine kleine Flotte feindlicher Raumschiffe auf uns. Das Notsignal war eine Falle. Sie haben nicht auf unsere Rufe reagiert, und haben sofort mit dem Beschuss begonnen. Nach einem kurzen Kampf brach eine Energieleitung auf der Brücke, und verletzte unseren Kapitän tödlich. Mit seinen letzten Worten sagte er, dass er im War-Room Kampfpläne für den Notfall vorbereitet hat, und wir auf jeden Fall den Jump-Core wieder in Betrieb nehmen sollen. Wir sollen fliehen und überleben. Koste es was es wolle.“

Jeder klassische Science-Fiction-Fan weiß genau: Wenn Aliens dein Raumschiff angreifen, kann schon einiges schief gehen. Konsolen explodieren, EPS Leitungen brennen durch, der Jump-Core geht offline. Aber am Ende der Episode ist alles gut. Die Crew ist am Leben, und das Schiff ist wieder in Ordnung. Nicht so bei The Captain Is Dead.
Wie der Name schon sagt, hat der Kapitän unseres Raumschiffes das Zeitliche gesegnet. Nun ist die Besatzung auf sich alleine gestellt, und muss gemeinsam den Antrieb reparieren, bevor das Schiff zerstört oder von den Aliens übernommen wird.

Das Spiel:
The Captain Is Dead ist ein kooperatives Spiel für 2 bis 7 Spieler. Ziel von The Captain Is Dead ist es, gemeinsam mit seinem Team, das Schiff zu reparieren und gleichzeitig, unter Verwendung der übrigen Systeme, wie Torpedos, Teleporter usw. , die Aliens davon abzuhalten das Schiff zu übernehmen, oder es zu zerstören.
Zu Beginn schlüpft jeder Spieler in Rang und Rolle eines der überlebenden Crewmitglieder.
Diese reichen vom Admiral über den Ersten Offizier, Ingenieur und Hologramm sogar bis zum Hausmeister des Schiffes. Da die Zugreihenfolge in The Captain Is Dead an den Rang gebunden ist, empfiehlt es sich die Plätze so zu tauschen, dass man in der richtigen Reihenfolge sitzt. Natürlich kann das jeder selbst entscheiden, allerdings wir das bei sieben Spielern eventuell ein wenig unübersichtlich.

Dann bekommt jeder Spieler zufällig vier Skillkarten ausgeteilt. Diese Karten stellen die Fähigkeiten jedes Besatzungsmitgliedes dar, die einzelnen Systeme zu bedienen oder zu reparieren. Sie sind eingeteilt in Taktik, Wissenschaft, Kommando und Technik. Zusätzlich hat jeder Charakter in The Captain Is Dead eine einzigartige Spezialfähigkeit, und bis zu zwei Skills, welche seine Ausbildung widerspiegeln, die er permanent nutzen kann.
So hat beispielsweise der Taktische Offizier 2x Taktik immer zu Verfügung, während der Admiral 2x Kommando dauerhaft nutzen kann.
Abhängig vom gewählten Charakter, hat jeder unterschiedlich viele Aktionen zur Verfügung. Die kann man zum Beispiel für Bewegung, zum Abknallen von Aliens die sich auf das Schiff teleportieren, das Nutzen von Systemen wie den Torpedos oder des Sicherheitssystems, oder zum Reparieren selbiger nutzen .

Unser Raumschiff in The Captain Is Dead startet natürlich nicht unbeschadet in den Kampf. Der erste Angriff hat immerhin unseren Kapitän erledigt. Deshalb werden die ersten fünf Karten vom Alarmstapel abgehandelt.
Das Alarm-Deck repräsentiert die Angriffe der Aliens, und ist unterteilt in drei Stufen: Gelb, Orange und Rot. Bei gelbem Alarm ist alles soweit noch unter Kontrolle. Unsere Schilde stecken ein wenig Schaden ein. Das ein oder andere Alien-Angriffsschiff heftet sich an unsere Fersen, und muss mittels eines Torpedos entfernt werden. Und einige Systeme fallen aus. Nichts dramatisches. Nach einigen Runden The Captain Is Dead bekommen unsere außerirdischen Freunde jedoch Verstärkung, und lehren uns bei orangem Alarm doch schon langsam das Fürchten. Systeme die zerstört werden, oder Weltraumanomalien die uns unser Leben um einiges schwerer machen, stehen auf der Tagesordnung. Immer häufiger teleportieren sich feindliche Aliens auch direkt in unser Schiff, was nicht selten verletzte Crewmitglieder zur Folge hat. Aber keine Panik, außer dem Kapitän stirbt niemand auf unserem Raumschiff. Denn auf der Krankenstation erholt sich jeder Verletzte.
Wenn das Raumschiff, nach dem orangen Alarm, immer noch nicht wieder flott ist, folgt der rote Alarm. Was das bedeutet können sich sicher alle ausmalen.

Verlieren können wir auf viele Arten bei The Captain Is Dead:
1. Die Schilde sinken unter 0%, was einen vernichtenden Treffer zur Folge hat
2. Sobald man Aliens auf dem Schiff platzieren müsste, es aber keine Figuren mehr gibt
3. Wenn die letzte Karte vom Alarm-Stapel gezogen wird

Gewinnen hingegen ist etwas schwerer. Unsere einzige Möglichkeit ist es, den Antrieb zu reparieren und in Sicherheit zu fliegen. Was sich allerdings oft als sehr schwer herausstellt.

Persönlicher Eindruck
Direkt nach dem Auspacken des Spiels The Captain Is Dead, und dem Überfliegen des Spielmaterials, war uns sofort klar: Das ist ein spitzen Spiel. Nicht nur die sehr vertraute Science Fiction Atmosphäre, sondern auch das comicartige Artwork, haben es uns sehr angetan. Beim Lesen des sehr gut geschriebenen Regelwerkes, mussten wir oft schmunzeln und einige male sogar richtig lachen, da die Autoren JT Smith und Joe Price ihren nerdigen Humor gekonnt unter Beweis stellen.

„You might think it seems weird that you can fight a
Hostile Alien while injured. However, when animals
are injured, that is when they are most dangerous;
adrenaline kicks in and your killer instinct takes over.„

Auf die deutsche Version von The Captain Is Dead werden wir wohl noch etwas warten müssen. Da es sich bei The Captain Is Dead um ein kooperatives Spiel handelt, reicht im Normalfall jedoch ein Spieler, welcher der englischen Sprache mächtig ist.
Einen Nachteil haben wir bei The Captain Is Dead, dann aber doch entdeckt. Ohne Engineer ist The Captain Is Dead, vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden, beinahe nicht zu schaffen.
Dennoch: Ein „must have“ für alle Science Fiction Nerds und Freunde von kooperativen Spielen.