Spiel des Monats: Juli 2018-Azul

9. August 2018 0 Von JuPet
Spiel des Monats: Juli 2018-Azul

Azul

Glücklicherweise entführt Azul nicht in die Welt des Fliesenlegens, denn sowohl Kreuz weh als auch Knieschmerzen bleiben den Spielern bei diesem Spiel erspart. Ganz ohne Fliesenkleber und Streichhölzer kann man hier ein Muster mit Spielsteinen erzeugen, und dadurch Punkte erzielen.

König Emanuel der Erste,
hat die Weiß-blauen Keramikfliesen, welche auf portugiesisch den Namen Azuljeos tragen, in der Alhambra entdeckt und war von ihnen so entzückt, das er sofort seinen ganzen Palast damit verlegen ließ. Diese Geschichtsanekdote spiegelt sich in den schön gemachten Spielsteinen von Azul wieder.

Das Spielziel und wie man es erreicht:

Azul teilt sich im Spielablauf in Vier Phasen die solange wiederholt werden, bis ein Spieler eine horizontale Reihe an Spielsteinen auf seinem Spielplan legt, der Spieler der am Ende dieser Spielrunde die meisten Punkte hat gewinnt.

Am Anfang des Spiels erhält jeder Spieler seinen Spielplan, und in der Mitte des Tisches werden sogenannte Manufakturplättchen ausgelegt. Der Startspieler, der dadurch ermittelt wird wer als letztes in Portugal war, zieht nun aus dem Beutel zufällig Spielsteine „Fliesen“ und legt jeweils vier auf die Manufakturplättchen.

Nun nehmen die Spieler Reihum von den Manufakturplättchen und füllen damit die Reihen in Ihrem Spielplan, wobei diese zwischen einem und fünf Spielsteinen Platz bieten. Immer wenn man Fliesen nimmt gelten folgende Regeln:

> Man muss immer alle Steine einer Farbe nehmen

> Alle müssen in der selben Reihe platziert werden

> die Steine die auf dem Plättchen zurückbleiben wandern in die Mitte

> Steine die man nicht verwenden kann werden als Bruchstücke (Minuspunkte) gewertet

> Nimmt ein Spieler als erster aus der Mitte, bekommt er den Startspielerstein als Bruchstück darf aber die Nächste Runde beginnen.

Nachdem einmal in die Mitte gegriffen wurde darf diese frei von jedem genutzt werden. Die Regel, alle von einer Sorte zu nehmen, bleibt natürlich bestehen.

Nun wird solange gespielt bis keine Plättchen mehr am Tisch sind. Von jeder vollen reihe wandert nun eine Fließe auf das Passende Feld nebenan und man erhält Punkte. Nach dem man gepunktet hat, werden die Bruchstücke abgezogen.

Azul im Playtest:
Als ich von Azul das erste Mal gehört habe war ich mehr als skeptisch. Ein abstraktes Fliesenlegespiel, bei dem man ein Muster nachlegt, klang in meinen Ohren mehr als langweilig. Aber schon nach der ersten Runde war ich dem Design und der Spielmechanik erlegen.

Der Grund warum?
Azul ist simple, kann schnell erklärt werden und birgt mehr Strategie als man denkt. Die Wartezeiten, bis man am Zug ist, sind minimal. Aber natürlich muss man auch auf der Hut sein, das man keine Bruchstücke erzeugt. Besser sogar: Mit ein bisschen Geschick und Planung kann man den Gegnern das ein oder andere Bruchstück einbrocken, was mit einer gesunden Portion Schadenfreude einhergeht. Das alles wird dadurch abgerundet, selbst wenn man die Spielbeendende Reihe bildet, das es nicht unweigerlich den Sieg bedeutet. Nach nun einigen Spielen kann man sagen es verdient sich den Titel „Spiel des Jahres“.

Ein persönliches Highlight das ich hier noch erwähnen möchte ist die außerordentliche Qualität der Spielteile und der schöne Stoffbeutel in dem diese aufbewahrt werden.

Ein bisschen Kritik gibt es wohl auch bei einem Spiel des Jahres: Azul erzählt keine Geschichte, und versucht nicht in eine fabelhafte Welt zu entführen, doch sein einfaches und fesselndes Spielprinzip machen es zu einem unserer MOST PLAYED Titel!